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— HDRI: Einführung —

Was ist ein HDRI?

HDRI steht für High Dynamic Range Image, also Bild mit hoher Dynamik. Als Dynamik wird der Bereich von dunkel bis hell verstanden und wie fein aufgelöst die Stufen sind. Der Papierabzug einer Fotografie weist eine Dynamik von etwa 100:1 auf. Auf dem Computerbildschirm dargestellte Bilder haben einen Dynamikbereich von 256:1 für jede der Grundfarben Rot, Grün und Blau. Werte von 0 bis 255 können mit 8 Bit dargestellt werden, ein Bildpunkt benötigt daher 24 Bit zur Darstellung aller Farben. Das ergibt zwar 16'777'216 einzelne Farben (großzügig als «Echtfarben» bezeichnet), die Dynamik ist trotzdem nur 256:1.

Ein HDRI benötigt dagegen für die Darstellung eines einzelnen Bildpunktes 96 Bit, je 32 für Rot, Grün und Blau als Fließkommazahl; damit lassen sich 4.7 x 1021 (4.7 Trilliarden) Helligkeitswerte bzw. 253 Lichtwerte (LW) pro Farbe darstellen.

Natürlich lässt sich ein solcher Dynamikbereich nicht mehr dastellen. Man bräuchte als Lichtquelle eine ganze Sonne in jedem Computermonitor. Bei allem Fortschrittsglauben scheint mir die Annahme, dass es in den nächsten 20 Jahren solche Monitore gibt, doch sehr optimistisch.

Was ist nun der Sinn von HDRI-Aufnahmen, wenn sie ohnehin nie in ihrer vollen Pracht angezeigt werden können? Eine eher akademische Begründung ist, dass in der Aufnahme alles gespeichert ist, auch wenn man die Informationen nur scheibenweise auslesen kann. Eine mehr praktische Begründung ist, dass die Bilder in einen Bereich umgerechnet werden können, der darstellbar ist. Das nennt man tonewertumsetzen (Englisch: tone-mapping).

Die Tunwertumsetzung (oder tone-mapping) erlaubt es den Fotografen, genau jene Teile aus dem ganzen Bereich neu zusammenzustellen, die gewünscht sind, um einen bestimmten Eindruck zu erwecken. Böse Zungen würden sagen, das sei Fälschung, aber welches Bild ist keine Fäschung? Man kann das aber durchaus auch etwas konstruktiver sehen und sagen, die Fotografen werden zu Künstlern – viele Fotografen sind bereits Künstler und sie bekommen ein leistungsfähiges Werkzeug in die Hand.

Tonwertumsetzen ist eine Kunst. Es erlaubt, eine Fotografie so zu bearbeiten, dass die Aufnahme nicht nur natürlich ist, sondern auch so wirkt. Beim Sehen arbeiten Augen und Gehirn zusammen und oft ist es so, dass eine Fotografie – und sei sie noch so gelungen – nicht mit unserem Eindruck, den wir beim Ablichten empfanden, übereinstimmt. Es ist ein individueller Eindruck und wenn wir die Aufnahme als HDRI vor uns haben, können wir unseren Eindruck wieder herstellen. Anderseits können wir eine Aufnahme so verfremden, dass sie beim Betrachter ein bestimmter Eindruck hinterlässt. Obwohl eine so bearbeitete Aufnahme unwirklich erscheinen mag wirkt sie doch nicht künstlich, nur künstlerisch. Man achte einmal auf das Licht in Bildern von großen Malern. Wir sind begeistert, aber so werden die dargestellten Objekte bei keinem Arrangement von Lichtquellen beleuchtet. Der malende Künstler hat «geschummelt» und erst so ein Kunstwerk geschaffen, das uns begeistert.

 
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